Kunst ist Freiheit
Notizen zur Kunst von Katrin Hoerner
Gerhard Marquard, 2025
“Kunst ist Freiheit”. So lautet das Thema des Kunstwettbewerbs um den Artus, den die EigenArt in diesem Frühling wieder ausruft.
Fast alles ist erlaubt
In Deutschland ist die Freiheit der Kunst ein in der Verfassung festgeschriebenes Grundrecht. Jede/r darf sich künstlerisch ausdrücken, wie sie oder er mag. Formal ist alles und inhaltlich fast alles erlaubt. Wir können malen, zeichnen oder drucken, einen Marmorblock bearbeiten oder ein Pissoir zur Skulptur erklären, uns als lebende Pinsel nackt in Farbe wälzen oder unseren Körper der Gewalt des Publikums aussetzen.
Die längste Zeit war das anders: Früher bestimmten Auftraggeber – vorwiegend die Kirche und weltliche Herrscher – was Maler, Bildhauer, Architekten gestalten durften. Diese Rolle übernahmen später staatliche Akademien. Sie entschieden, welche Themen und Techniken als hochwertig galten.
Diktatoren fürchten künstlerische Freiheit
Erst um 1900 begann dieses System zu zerfallen. Impressionisten verließen das Atelier, Abstrakte lösten sich vom Gegenstand, Konzeptkünstler erklärten die Idee selbst zum Werk. Schritt für Schritt verloren sich verbindlicher Stil und Themenkatalog, die ehemals erfüllt werden mussten, um als Künstler ernst genommen zu werden und überleben zu können.
Immer wieder beschnitten Diktatoren und autoritäre Regime Kunst und Künstler in ihrer Freiheit. Maler, Bildhauer, Dichter, Schauspieler, Komponisten zu verfolgen, zu verbieten und gar zu ermorden ist zentrales Merkmal jedes totalitären Regimes. Davon zeugen die Bücherverbrennungen im Nationalsozialismus, „die Säuberungen“ der Gesellschaft von Künstlern unter Stalin oder die chinesische „Kulturrevolution“ unter Mao.
Persönlich oder politisch – Kunst darf alles sein
Heute ist die Kunst frei – zumindest in unserer und anderen freiheitlichen Gesellschaften. Sie darf politisch sein, ohne ein Programm liefern zu müssen. Sie darf persönlich sein, verletzlich, widersprüchlich. Sie darf Körper, Identität, Macht, Verlust, Wut oder Stille thematisieren. Sie darf nach außen schauen oder radikal nach innen.
Kunst muss nicht effizient sein, nicht markttauglich, nicht erfolgreich. Sie darf scheitern, offen bleiben, irritieren. Sie darf Fragen stellen, ohne Antworten zu geben. Diese Zweckfreiheit macht Kunst zudem unbequem. Und gerade deshalb ist sie ein Raum echter Freiheit.
Hier lesen Sie die Teilnahmebedingungen zum Kunstwettbewerb um Kunstpreis Artus 2026.
Fast alles ist erlaubt
In Deutschland ist die Freiheit der Kunst ein in der Verfassung festgeschriebenes Grundrecht. Jede/r darf sich künstlerisch ausdrücken, wie sie oder er mag. Formal ist alles und inhaltlich fast alles erlaubt. Wir können malen, zeichnen oder drucken, einen Marmorblock bearbeiten oder ein Pissoir zur Skulptur erklären, uns als lebende Pinsel nackt in Farbe wälzen oder unseren Körper der Gewalt des Publikums aussetzen.
Die längste Zeit war das anders: Früher bestimmten Auftraggeber – vorwiegend die Kirche und weltliche Herrscher – was Maler, Bildhauer, Architekten gestalten durften. Diese Rolle übernahmen später staatliche Akademien. Sie entschieden, welche Themen und Techniken als hochwertig galten.
Diktatoren fürchten künstlerische Freiheit
Erst um 1900 begann dieses System zu zerfallen. Impressionisten verließen das Atelier, Abstrakte lösten sich vom Gegenstand, Konzeptkünstler erklärten die Idee selbst zum Werk. Schritt für Schritt verloren sich verbindlicher Stil und Themenkatalog, die ehemals erfüllt werden mussten, um als Künstler ernst genommen zu werden und überleben zu können.
Immer wieder beschnitten Diktatoren und autoritäre Regime Kunst und Künstler in ihrer Freiheit. Maler, Bildhauer, Dichter, Schauspieler, Komponisten zu verfolgen, zu verbieten und gar zu ermorden ist zentrales Merkmal jedes totalitären Regimes. Davon zeugen die Bücherverbrennungen im Nationalsozialismus, „die Säuberungen“ der Gesellschaft von Künstlern unter Stalin oder die chinesische „Kulturrevolution“ unter Mao.
Persönlich oder politisch – Kunst darf alles sein
Heute ist die Kunst frei – zumindest in unserer und anderen freiheitlichen Gesellschaften. Sie darf politisch sein, ohne ein Programm liefern zu müssen. Sie darf persönlich sein, verletzlich, widersprüchlich. Sie darf Körper, Identität, Macht, Verlust, Wut oder Stille thematisieren. Sie darf nach außen schauen oder radikal nach innen.
Kunst muss nicht effizient sein, nicht markttauglich, nicht erfolgreich. Sie darf scheitern, offen bleiben, irritieren. Sie darf Fragen stellen, ohne Antworten zu geben. Diese Zweckfreiheit macht Kunst zudem unbequem. Und gerade deshalb ist sie ein Raum echter Freiheit.
Hier lesen Sie die Teilnahmebedingungen zum Kunstwettbewerb um Kunstpreis Artus 2026.